Vorsorgeordner für Krankheitsfall, Todesfall, Unfall
Auch wenn es sicherlich spaßigere Themen gibt, sollte sich jeder einmal mit dem Szenario einer schweren Erkrankung, einem Unfall oder sogar dem unerwarteten Tod befassen. Ganz wesentlich ist in diesen Fällen, dass die Angehörigen eine Chance haben, sich in dem ganzen Papierchaos, welches man so im Laufe seines Lebens angesammelt hat, zurechtzufinden. Wenn man ehrlich ist, hat man selbst schon in vitalem Zustand Schwierigkeiten, gewisse Dinge wie Versicherungspolicen, Bankunterlagen oder Verträge zu finden. Wie sollen dann andere, auf die unerwartet ein ganzes Bündel von Aufgaben zukommt, die dafür notwendigen Unterlagen zusammen bekommen? Hierbei geht es aber nicht nur um die Bequemlichkeit – in vielen Fällen kann ein Mangel an brauchbaren Dokumenten echte finanzielle Nachteile mit sich bringen, etwa wenn für entlastende Tatbestände bei der Erbschaftsteuer die entsprechenden Nachweise fehlen oder Verträge nicht oder verspätet gekündigt werden.
Wie geht man also an das Thema heran? Zunächst einmal sollte man sich klar machen, dass eine geordnete Ablage ja bereits im normalen Leben eine gute Sache ist. Von diesem Gedanken beseelt ist die ganze Aktion nun auch nicht mehr ganz so von trüben Gedanken überlagert. Ich empfehle, einen “Vorsorgeordner” anzulegen, der wie folgt eingeteilt werden sollte:
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Persönliche Daten
Hier sollten alle “Basics” eingetrragen werden, wie Angaben zu den Wohnverhältnissen, den Familienmitgliedern,
gesundheitliche Informationen etc. -
Vermögensübersicht
Hiermit sollte ein Überblick über alle Vermögens- und Schuldposten vermittelt werden. Neben Immobilien und Wertpapieren
kommen auch Angaben zu gewerblichen Beteiligungen bzw. Unternehmen sowie zu sämtlichen Forderungen und Verbindlichkeiten (auch private!) in dieses Fach. Auch Rechte, Lizenzen, Patente sollten hier vermerkt werden. Ebenso sollte der Hausrat nach Ehepartnern getrennt aufgelistet werden. -
Konten und Depots
Giro- und Sparkonten, Bausparverträge, Wertpapierdepots, Safes/Schließfächer, Darlehen etc. sollten hier erfaßt werden, und zwar einschl. der jeweiligen Berechtigten und Bevollmächtigten.
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Renten- und Pensionen
Sämtliche Anwartschaften sollten hier dokumentiert werden, so dass etwaige Leistungen problemlos beantragt werden können.
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Versicherungspolicen
Krankenversicherungen der ganzen Familie, Lebensversicherungen, KFZ-Versicherungen und private Haftpflichtversicherungen gehören hier hinein. -
Verträge, Abos, Mitgliedschaften
Hier sollte man im Fall des Falles alles finden, was bei Untätigkeit einfach weiterläuft und mglw. unnötige Kosten verursacht.
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Für den Krankheitsfall
Wer muß alles benachrichtigt werden?
Patientenverfügungen?
Vorsorgevollmachten?
Postvollmachten?
Vorsorgliche Entbindungen von der ärztlichen Schweigepflicht? -
Tod
Wer muß alles benachrichtigt werden?
Nachlassregelung
Bestattungswünsche
ggf. Vormundschaftsregelung für minderjährige Kinder
Organspende?
Mit dieser groben Einteilung, die sich sicher noch verfeinern läßt, sollte man einmal anfangen. Noch ein Tipp: nicht jeden Mist abheften, also bspw. nicht jedes Schreiben von der Versicherungsgesellschaft, sondern nur die wirklich wichtigen Dinge wie Policen, Verträge etc.! Das Ganze sollte in einen hochwertigen, farblich herausstechenden Ordner geheftet werden, der auch ordentlich zu beschriften ist.
Jedenfalls gilt auch hier:
“Besser fehlerhaft beginnen, als perfekt zögern!”
Frohes Schaffen!
