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Die Legende vom Steuernsparen

Wer kennt es nicht, DAS Verkaufsargument der Finanzbranche: Steuern sparen mit bestimmten Geldanlagen! Kein anderes Motiv verursacht ähnliche Sinnesvernebelung wie dieses! Wer erzählen kann, er hätte “irgendwas steuerlich gemacht” gilt gemeinhin als ausgebuffter Finanzprofi. Da ist die Rede von Immobilien, die “steuerlich Spaß machen” oder von anderen Anlagen, die angeblich den Finanzminister ganz alt aussehen lassen. Keine Frage, der Trieb zum Steuernsparen ist hierzulande stärker ausgeprägt als der Sexualtrieb.

Die Wahrheit aber ist: eine Anlage danach zu beurteilen, wieviel Steuern man mit ihr sparen kann, führt fast zwangsläufig zu falschen Ergebnissen! Entscheidend ist allein: Welches Endvermögen habe ich am Ende der Anlageperiode erzielt, selbstverständlich nach Steuern! Anders ausgedrückt: ich zahle gerne viel Steuern, denn dann habe ich auch viel verdient. Man ist immer gut beraten, wenn man die Anlage wählt, die ohne steuerliche Recheneinflüsse bereits eine gute Rendite erzielt. Eine Investition, die sich erst dann rechnet, wenn man Steuerersparnisse einbezieht, sollte man gleich in die Tonne werfen! Bestes Beispiel dafür, wie man aus steuerlichen Motiven sein sauer verdientes Geld verbrennen kann, sind die zahlreichen Immobilien im Osten, die nun leerstehen und totes Kapital darstellen.

Eigentlich ist die Finanzplanung ganz simpel:

  1. vollständigen Finanzplan der Anlage erstellen,
  2. hier auch Steuern einbeziehen,
  3. gucken, was hinten herauskommt und wie sicher das erscheint,
  4. dieses mit Alternativen vergleichen,
  5. Entscheidung treffen!

In diesem Sinne!


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