Altersvorsorge – aber wovon und wie?
Gestern morgen war ich zu faul, um mir für die Arbeit ein Brot zu schmieren und ging zum Bäcker meines Vertrauens und erwarb dort 2 Milchbrötchen (“Stütchen ohne Rosinen”). Kostenpunkt: 1,40 €! Irre 2 Mark 80 für so ein bißchen Wasser und Mehl! Da soll uns noch mal einer sagen, dass Leben wäre nicht teurer geworden! Beim Bäcker wird deutlich, wie die Inflation galloppiert! Wer Glück hat, hat in den Jahren steigender Preise auch entsprechende Gehaltserhöhungen bekommen und lebt daher unverändert gut – sollte man meinen! Der geniale Erfinder des deutschen Steuersystems mit seinem progressiven Steuertarif hat etwas dagegen. Durch nominal steigende Löhne erhöht sich bekanntlich der Steuersatz des Steuerpflichtigen (wer wenig verdient zahlt 20 %, wer mehr verdient 40 % ). Im Klartext heißt das: ich werde zwar real nicht reicher, für meine Gehaltserhöhungen kann ich mir immer noch das gleiche leisten wie vorher, muß aber trotzdem mehr Steuern bezahlen! Diese “kalte Progression” ist eine Riesensauerei, zu der sich unsere Fiskalpolitiker gerne ausschweigen!
Die Anregungen unseres Staates, der uns gleichzeitig wie ein gefräßiges Monster an allen Ecken bis aufs Blut aussaugt, wir sollen doch bitte selbst für unsere Rente sorgen, ist vor dem Hintergrund des verfügbaren Einkommens schon fast eine Provokation! So geben denn auch 85 % aller Deutschen an, mehr in die Altersvorsorge investieren zu wollen, wenn sie denn nur mehr Geld hätten! Tja, in der Tat, wo soll das Geld nur herkommen?
Das ganze Jammern nützt aber nichts! Wir müssen aus der Situation das Beste machen und uns mit den herrschenden Umständen abfinden!
Ähnlich wie beim Thema Gesundheit (“bewegen Sie sich mehr”, “essen Sie mehr Obst und Gemüse”, “trinken Sie mehr Wasser”) findet man zum Bereich der Altersvorsorge überall gute Ratschläge. Verschiedene Produkte mit Angaben zu Renditen, Risiken und Steuervorteilen fliegen einem nur so um die Ohren! Ich meine, das ganze finanzmathematische Gedöne bringt uns eigentlich nicht wirklich weiter. Die Frage, ob dieser oder jener Fonds besser ist, ist fast nicht zu beantworten. Dass man etwas tuin muß, weiß man doch in der Regel selbst am besten. Genau wie bei den Gesundheitsfragen geht es nicht um das Wissen, sondern um das tatsächliche MACHEN!
In beiden Bereichen, Finanzen und Gesundheit geht es um die Frage:
WIE SCHAFFE ICH EINE VERHALTENSÄNDERUNG?
Ebensowenig wie man dadurch abnimmt, dass man auf dem Sofa bei Bier und Chips “Gesundheitsmagazin Praxis” guckt, bewirkt dass Lesen der Anlagetipps in der “Bild am Sonntag” eine vernünftige Alterssicherung.
Hier meine Tipps:
- Sofort anfangen! Stehen Sie jetzt auf und leiern einen Fondsparvertrag an, meinetwegen für € 25 monatlich! Mit einem Sparrechner kann man motivierend simulieren, wie bereits eine kleine aber regelmäßige Anlage über die Zeit zu einem stattlichen Vermögen anwachsen kann.
- Automatisieren Sie Ihre Sparraten durch Einzugsermächtigungen!
So ist ein Zufluß aus dem Gehalt gar nicht erst wahrnehmbar und verursacht weniger Schmerzen! - Vorsicht bei Beratern mit Provisionsinteresse. Zahlen Sie lieber ein Beratungshonorar und lassen Sie sich objektiv beraten! Fragen Sie bspw. Ihren Steuerberater oder einen zertifizierten Finanzplaner.
- Legen Sie unerwartete Einnahmen (Geldgeschenke, Nebenkosten- und Steuererstattungen) sofort in ihren Altersvorsorgetopf.
- Lassen Sie sich nicht in starre Finanzverträge einsperren! Gerade wenn das Budget knapp ist, sollte eine gewisse Flexibilität erhalten bleiben. Es muss nicht gleich die dicke Lebensversicherung sein!
Schönes Wochenende!


Danke für die Tipps! Ein Hinweis noch: Immer dran denken, dass ab Januar die Abgeltungssteuer in Kraft tritt! Wer also auf “normalen” Konten sparen will, muss 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer der Kapitalerträge abdrücken. Infos dazu gibt’s im Netz genug, ganz praktisch finde ich den Abgeltungssteuer-Rechner von Cortal Consors, mit dem man die Auswirkungen der Abgeltungsteuer auf die eigenen Anlageentscheidung überprüfen kann!